Datum: 02.02.2026
Zeit: 9:00 - 16:00
Der Verlust eines erwarteten Kindes durch eine Fehlgeburt oder Totgeburt – auch „Stille Geburt“– stellt ein Ereignis dar, das mit Gefühlen von Ohnmacht, Trauer und Sprachlosigkeit sowie gravierenden psychischen Belastungen für Paare, Eltern und Familien verbunden sein kann. Mit Blick auf Totgeburten trat dieses Ereignis im Jahr 2023 in Nordrhein-Westfalen 718-mal ein, dies entspricht 4,6 Totgeborenen je 1.000 Geburten.
Die betroffenen Mütter, aber auch Väter, Partner:innen, Geschwisterkinder und weitere Familienangehörige erleben eine herausfordernde Situation, die mit Erfahrungen von Stigmatisierung, Schuldgefühlen und Rückzug einhergehen kann. Erste Studien belegen zudem im Zusammenhang mit einer unzureichenden Verlustbearbeitung u.a. ein erhöhtes Risiko zur Entwicklung psychischer Störungen wie depressiven Reaktionen, Angstsymptomen oder Posttraumatischen Belastungsstörungen. Für Menschen, die das Erlebte verarbeiten und dabei Unterstützung suchen, sind darum professionelle Sensibilität und Selbstreflexion sowie Informiertheit und Handlungssicherheit aller Berufsgruppen, die im Kontakt mit betroffenen Paaren, Eltern und Familien stehen, enorm wichtig.
Der Fachtag möchte hier ansetzen und insbesondere grundlegende Informationen zum Thema „Stille Geburt“ sowie praxisnahe Hinweise zu Handlungs- und Unterstützungsmöglichkeiten bieten.
Dabei begegnen Fachkräfte des Gesundheitswesens, der Kinder- und Jugendhilfe sowie von psychosozialen Beratungsstellen betroffenen Eltern und Familien zu ganz unterschiedlichen Zeitpunkten: Von der unmittelbaren, akuten Situation in der Phase von Schwangerschaft und Totgeburt bis hin zu ggf. einem „Aufbrechen“ des Erlebten erst viele Jahre später.
Der Fachtag gibt bewusst dieser Heterogenität der Zeitpunkte und Arbeitsbezüge in der Beratung und Begleitung betroffener Eltern und Familien einen Raum und beleuchtet aus interdisziplinärer Perspektive die Passung zwischen (psychosozialen) Hilfsangeboten und den spezifischen Bedürfnissen der betroffenen Personen.
Nutzen
Ziel der Veranstaltung ist es, Koordinierungs- und Fachkräften Informationen über „Stille Geburt“ zu vermitteln, Orientierung und mehr Handlungssicherheit im Kontakt mit Paaren, Eltern und Familien in dieser Situation zu geben sowie Wissen über Unterstützungs- und Handlungsmöglichkeiten zu verbreiten. Zudem erhalten die Teilnehmenden Möglichkeiten des interdisziplinären Erfahrungsaustauschs und der beruflichen Vernetzung.
Methoden
fachliche Impulse, Diskussion, kollegialer Erfahrungsaustausch, Kleingruppen
Tagungsort
Akademie Franz Hitze Haus, Kardinal-von-Galen-Ring 50, 48149 Münster
Referenten:
Dr. Miriam Finkeldei, Ehe- Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster / Uli Michel, Hebamme, Traumafachberaterin und Expertin für Krisenintervention / Dr. med. Marcus Redaèlli, IGKE, Uniklinik Köln
Weitere Informationen: LWL | Stille Geburt
